P1020413aDer Besuch des städtischen Museums im Stiftsbezirk soll künftig wieder kostenlos möglich sein. Das fordert die Fraktion Neue Bürgerliste (NBL) in einem Antrag zur nächsten Sitzung der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung. „Die im Mai letzten Jahres beschlossene Erhebung eines Eintrittsgeldes für den Besuch des Museums war ein Schuss in den Ofen“, urteilt NBL-Fraktionsvorsitzender Michael Bock. Die Besucherzahlen sowohl beim Museum als auch bei den Ausstellungen im Kapitelsaal und im Dachgeschoss des Fruchtmagazins seien seit Einführung des Eintrittsgeldes drastisch zurückgegangen. Und das Aufkommen in der aufgestellten Spendentruhe habe sich mehr als halbiert. „Wer zwei Euro Eintritt bezahlt, spendet nichts mehr“, gibt Kulturausschussmitglied Armin Leckel zu bedenken.

 

Auch für die liebevoll gestaltete und mit viel öffentlicher Resonanz eröffnete kleine Festspielausstellung kämen kaum Gäste, weil der Museumseintritt auch von Besuchern erhoben wird, die nur eine der Ausstellungen gehen wollen. „Der Verwaltungsaufwand steht in keinem Verhältnis zu den Einnahmen, und ob die Erhebung des Eintrittsgeldes ohne eine entsprechende Satzung rechtlich in Ordnung ist, ist ebenfalls noch offen“, so Michael Bock weiter. Zum kulturellen Bildungsauftrag der Stadt gehöre die Darstellung der Stadt- und Stiftsgeschichte und es sei nicht nachvollziehbar, dass man beim Museum zwecks Einnahme weniger Euro eine gewachsene Kultureinrichtung behindere, während man bestimmten Vereinen unter dem Etikett Kulturförderung fünfstellige Geldbeträge zuwende, argumentieren die NBL-Stadtverordneten. „Wir müssen wieder mehr Werbung für unser Museum und die dort stattfindenden Ausstellungen machen. Und die Abschaffung des Eintrittsgeldes soll der erste Schritt dazu sein“, fasst Armin Leckel die Absicht der NBL-Fraktion zusammen.