Eine umgehende Entscheidung des Magistrats zum künftigen Verhältnis zwischen der Stadt als Festspielveranstalter und dem Arbeitskreis für Musik (AfM) als Träger der Oper in der Stiftsruine fordert die Fraktion Neue Bürgerliste (NBL) in der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung.

„Dass der Vertrag zwischen den beiden Kulturträgern mit dem Jahr 2015 auslaufen würde, wusste man bereits im Jahr 1997. Das jetzige Rumgeeiere offenbart auch die Führungsschwäche unserer Stadtregierung“, kritisiert NBL-Fraktionsvorsitzender Michael Bock die erneute Verschiebung einer Entscheidung des Magistrats in der dieswöchigen Sitzung. Einerseits benötige Festspielintendant Dr.Dieter Wedel eine Planungsgrundlage und andererseits warte das Publikum gespannt auf die Vorstellung des Spielplans 2016.

Alle Fakten seien bekannt, und man habe ausreichende Erfahrungen gesammelt. Deshalb könne der Magistrat dem AfM einen Vertragsentwurf vorlegen, der die beiderseitigen Interessen berücksichtige.

Nach den Vorstellungen der NBL sollte es zum Ende der Schauspielaufführungen eine zeitliche Verzahnung mit einer Opernaufführung geben, um den Festspielgästen eine neue Kombinationsmöglichkeit zu eröffnen. Diese eine Opernaufführung sollte weitestgehend eigenverantwortlich vom AfM gestaltet werden. Das Monopol des AfM auf Musikaufführungen während der Festspielzeit und die Festspielkonzerte haben sich nach Auffassung der NBL nicht bewährt. Vielmehr habe es immer wieder Streitereien gegeben, etwa vor den Konzerten mit Justus Frantz oder Yehudi Menuhin, die der AfM verhindern wollte. Die vom Publikum kaum angenommenen Festspielkonzerte an den Wochenenden behinderten das Schauspiel über Gebühr.

Diese Lösung sollte man in den Jahren 2016 und 2017 ausprobieren und dann weiter entscheiden.

Längerfristige Vereinbarungen seien derzeit auch aufgrund der Zerrissenheit innerhalb der AfM nicht ratsam, argumentiert NBL-Fraktionsvorsitzender Michael Bock.