„Es hat wohl erst einer klaren Ansage von Landrat Dr.Michael Koch bedurft, damit wieder Bewegung in das Thema Mecklar-Meckbach kommt“, kommentiert Michael Bock, Vorsitzender der Fraktion Neue Bürgerliste (NBL) in der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung die jüngsten Beschlüsse des Aufsichtsrates der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises. Für die Bürgermeister der Altgesellschafterstädte Bad Hersfeld, Bebra und Rotenburg gelte da aber eher das alte Sprichwort „Abends wird der Faule fleißig.“ Angesichts der bevorstehenden Kommunalwahl und der Verlängerung des kreditfinanzierten Bodenbevorratungsvertrages mit der Hessischen Landgesellschaft gebe man sich nun bei einem Thema aktiv, das schon zwei Jahrzehnte vor sich hindämmere. „Die heutigen Verwaltungschefs haben das Problem nicht geschaffen sondern geerbt, aber einer Lösung sind sie bislang nicht näher gekommen, während sich die von den drei Städten, der Gemeinde Ludwigsau und dem Landkreis Hersfeld Rotenburg zu tragenden Schulden immer mehr anhäufen“, argumentiert Michael Bock. „Man hätte schon die erste Verlängerung der Bodenbevorratung nach der Wiedervereinigung und dem damit verbundenen Wegfall der Geschäftsgrundlage für ein gemeinsames Industriegebiet nicht machen dürfen. Aber damals regierten im Kreis SPD-Landrat Alfred Holzhauer und in Bad Hersfeld SPD-Bürgermeister Walter Weiss. Die wollten die Situation nicht wahrhaben“, erinnert sich der frühere Bad Hersfelder Stadtkämmerer. Den drei Bürgermeistern der Altgesellschafterstädte wirft die NBL vor, dass sie noch immer nicht für einen Vertrag über die Verteilung des Steueraufkommens aus dem Gemeinschaftsgebiet gesorgt haben. „Bad Hersfeld stehen 40% der Steuern zu. Der Ludwigsauer Bürgermeister Thomas Baumann schafft es aber anscheinend, seine Kollegen auszubremsen, während wir in Bad Hersfeld vor einem riesigen Haushaltsloch stehen“, ergänzt NBL-Finanzfachmann Uwe Kohlstädt.

„Allein mit einem neuen Namen für das Areal wird sich nichts ändern. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft muss zeigen, dass sie ihre Bezeichnung wert ist. Es ist bemerkenswert, dass die Wirtschaftsförderer selbst erst durch eine auswärtige Beratungsgesellschaft beraten und gefördert werden müssen, um naheliegende Überlegungen anzustellen“, beziehen Michael Bock und Uwe Kohlstädt auch Geschäftsführer Bernd Rudolph in ihre Kritik ein.