Eine „ehrliche und grundsätzliche Debatte über den städtischen Haushalt“ fordert die Fraktion Neue Bürgerliste (NBL) in der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung. „Obwohl die Muß-Vorschrift des § 28 Gemeindehaushaltsverordnung eine Unterrichtung des gesamten Stadtparlamentes und damit der Öffentlichkeit vorschreibt, wurde die Verwaltungsvorlage zu Beginn der Stadtverordnetenversammlung vom 24. September auf Betreiben von SPD und Grünen bei Sitzungsbeginn von der Tagesordnung genommen. Die vorgeschriebene Behandlung fand damit nicht statt und muss im nächsten Sitzungszug erfolgen“, verlangt NBL-Fraktionsvorsitzender Michael Bock. SPD und Grüne scheuten eine Diskussion über den von ihnen beschlossenen Haushalt 2015, da dieser zunehmend aus den Fugen gerate, so Michael Bock weiter. Dass die Gewerbesteuereinnahmen an der Obergrenze des Vertretbaren angenommen worden seien und nun deutlich niedriger ausfielen, lasteten SPD und Grüne den in Bad Hersfeld ansässigen Unternehmen an. Daran dass man ohne sachlichen Grund die Einnahmen aus dem Holzverkauf aus dem Stadtwald zu hoch angesetzt habe, seien nun angeblich die Förster und der Bürgermeister Schuld. Richtig sei aber, so NBL-Finanzexperte Uwe Kohlstädt, dass die SPD/Grünen-Fraktion alle Anregungen der NBL zur Erzielung höherer Einnahmen einfach vom Tisch gewischt hätten und selbst keine Ideen hätten, wie die Einnahmesituation verbessert werden könne. Immer noch wirkten sich die von der SPD zu verantworteten Fehlentscheidungen aus der Vergangenheit aus. So würden z.B. für die Jugendherberge kein Cent Miete eingenommen und der Ankauf des Amazon-Geländes mit 950 000 Euro jährlich bezahlt. Eher unsichtbar seien die Defizite beim Wortreich, dem Kurbetrieb und den Kindergärten. Regelrecht getäuscht würden die Öffentlichkeit und die Medien mit der kürzlich von der SPD verbreiteten Meldung, die Vitalisklinik sei auf einem guten Weg. „Erneut circa 500 000 Euro Verlust statt einer schwarzen Null erscheint uns eher ein Irrweg zu sein“, so Michael Bock und Uwe Kohlstädt übereinstimmend, „und darüber muss gesprochen werden, bevor die Beratungen für den Haushalt 2016 beginnen.“